der

„Übermut, Leichtsinn, Mutwille, böse Tat“ und stand im alten Rechtssystem für eine „vorsätzlich begangene Straftat“;
freveln, Tätigkeitswort, bedeutet „Freveltaten begehen“;

 

Eine alte Redewendung ist „ein gerüttelt Maß (an/von etwas)“ und bedeutet „viel, eine ansehnliche Menge“ und rührt daher, daß beim Messen von Getreide nach Rauminhalt das Behältnis, z. B. der Scheffel („altes Hohlmaß/Gefäß für Schüttgut, insbesondere für Getreide“), immer wieder gerüttelt wurde, so daß dann noch ein paar mehr Getreidekörner Platz hatten, und das Behältnis zum Schluß wirklich gefüllt war.

„unterjochen, Gewaltherrschaft ausüben, quälen“.

„gewaltsam, grausam“, sowie

 

die

„Willkürherrschaft, Gewaltherrschaft, Schreckensherrschaft, Unterjochung, Grausamkeit“

der

„Unumschränkter Alleinherrscher, Gewaltherrscher“; das Wort kommt aus dem Lateinischen, tyrannus (Gewaltherrscher), und ist in der mittelhochdeutschen Zeit ins Deutsche gewandert.

„Übermütig, mutwillig, von strafbarem Leichtsinn, absichtlich Böses begehend“ („welch frevle Tat!“), ist aber weitgehend aus unserer Sprache verschwunden.

für und vor, angewandt als Präpositionen und als betonte Vorsilben hatten ursprünglich die gleiche Bedeutung bzw. wurden austauschbar eingesetzt, wobei für eher mit dem Akkusativ verwendet wurde, vor eher mit dem Dativ. Erst später wurden beide Wörter in unterschiedliche Zuständigkeiten geschieden, z. B. auch zu beobachten bei „fürtrefflich“, das in alten Texten oft zu finden ist, und jetzt „vortrefflich“ heißt.

(vgl. „Schöninghs Ausgaben deutscher Klassiker“, 14. Band, von Dr. J. Heuwes, Paderborn 1914; Anmerkungen S. 17)

Wortverbindung aus der Präposition von und dem veralteten Adverb dannen und bedeutet „weg, fort“, meist eingesetzt in den Verbindungen „von dannen gehen“, „von dannen ziehen“, „von dannen eilen“ für „weggehen, einen Ort verlassen“.

der

War ein Synonym zu „Scherge, Gerichtsdiener, Polizeidiener“, also jemand, der amtlich damit beauftragt war, jemanden zu ergreifen und gefangen zu setzen.

 

die

ist eine der von Platon aufgestellten vier Kardinaltugenden und steht für „die Beherrschung der eigenen Begierden und Triebe, die rechte/richtige Menge beim Genuß von Essen und Trinken, das Maßvollsein“, die Mäßigkeit als Tugend sieht von einem ausschweifenden Lebensstil ab;

mäßigen, sich mäßigen, Tätigkeitswort, für „dämpfen, mildern; sich zurückhalten, sich beschränken, sich zurücknehmen, Maß halten“;

mäßig, Eigenschaftswort, für „Maß haltend, das richtige Maß nicht überschreitend, maßvoll, gemäßigt; knapp, gering; unbefriedigend“;

sowie als Endsilbe „-mäßig“ mit den Bedeutungsinhalten „die Eigenschaft erfüllend“ (siehe oben ebenmäßig und gleichmäßig) und „bezüglich, betreffend“, wie z. B. in den Eigenschaftswörtern „arbeitsmäßig“ („die Arbeit betreffend“) und „gefühlsmäßig“ („in Bezug auf das Gefühl“).

das

mit langem a gesprochen, Mehrzahlbildung die Maße, bedeutet

  • „Einheit, Meßgröße

    Beispiele: „Der Meter ist das Maß für die Bestimmung der Länge“ – „Es gibt z. B. Flächenmaße und Längenmaße“;  

  • „genormter Gegenstand zum Messen
    Beispiel: „Maßband, Meßbecher und Meterstab sind Maße, die in jedem Haushalt zu finden sind.“

  • Ausmaß, Umfang, Grad, Abmessung“
    Beispiele: „Die Kosten des Ausflugs überstiegen das geplante Maß“ – „Ich brachte ihm ein hohes Maß an Vertrauen entgegen“;

  • „durch Messen festgestellte Zahl oder Größe“, in der Mehrzahlform auch in der Bedeutung „Daten“
    Beispiele sind „Der Schreiner kam zum Ausmessen der Maße des Zimmers“, „Die Maße der beiden Zeichnungen stimmten überein“, „Maß nehmen“, „nach Maß anfertigen“.

Die neuhochdeutsche Form Maß geht zurück auf spätmittelhochdeutsch māʒ, das durch Vermischung von mittelhochdeutsch māʒe (grammatisches Geschlecht: weiblich), „zugemessene Menge, richtige Größe, abgegrenzte Ausdehnung; Art und Weise; Angemessenes, Mäßigung“ mit mittelhochdeutsch meʒ (grammatisches Geschlecht: sächlich) „Meßgerät; ausgemessene Menge; Ausdehnung, Richtung, Ziel“ entstanden ist.

Dabei entstanden zunächst, zusätzlich zu dem oben bereits angegebenen sächlichen Hauptwort (das Maß) zwei weitere, eigenständige, weibliche Hauptwörter:

Maße, die, Hauptwort, für „Mäßigung, Art und Weise“, allerdings als Wort vollständig verlorengegangen, erhalten nur noch in Redewendungen wie z. B. „über die Maßen“ (siehe auch Wortfinder Rundbrief Nr. 26, KW43/23: „Mit den Störchen in den Orient“) und in Verbindungen wie „dermaßen“, „einigermaßen“, „gewissermaßen“.

3) Maß, die, Hauptwort, mit kurzem a gesprochen, deshalb manchmal auch als „Mass“ geschrieben, steht für ein Flüssigkeitsmaß, und ist sozusagen die Maßeinheit des Oktoberfestes und der Volksfeste, 1 Maß = 1 Liter, also auf dem Volksfest 1 Liter Bier im Literkrug!

(vgl. „Duden, Das Herkunftswörterbuch“, Dudenverlag 2001, und „Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart“ (Ausgabe letzter Hand, Leipzig 1793–1801, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities) sowie „Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache“)

 

das

Gehoben für „Gesicht, Gesichtszüge, Antlitz“;

am bekanntesten heute noch in der Redewendung „von Angesicht zu Angesicht“, also „sich in der wirklichen Welt gegenüberstehen“, „in direkter Konfrontation“;

eine weitere Redewendung ist „im Angesicht“ („im Hinblick auf“, „beim Anblick“, „in Anbetracht“, „etwas/jemandem gegenüberstehend“), Verwendungsbeispiele sind „im Angesicht des Todes überdachte er sein Leben“; „im Angesicht der Gefahr wünschte sie sich, sie wäre zu Hause geblieben“;

 

das

oder auch Gleichmäßigkeit, die, Hauptwort, steht für „Ebenmaß, Harmonie; Ausgeglichenheit, Einheitlichkeit der Bewegung/des Verlaufs“;

gleichmäßig, Eigenschaftswort, steht für „in einem Gleichmaß, ohne Veränderung ablaufend, einheitlich, ausgeglichen, ein gleiches/unverändertes Maß anwendend, die Eigenschaft ,gleich‘ erfüllend“.

das

oder auch Ebenmäßigkeit, die, Hauptwort, steht für „ein harmonisches Verhältnis einzelner Teile zueinander und zum Ganzen, Harmonie, Wohlgestalt“;

ebenmäßig, Eigenschaftswort, für „Ebenmaß besitzend“

 

„Welch ein zierlich Ebenmaß
In den hochgeschossnen Gliedern!
Auf dem schlanken Hälschen wiegt sich
Ein bezaubernd kleines Köpfchen.“

(Heinrich Heine (1797–1856), Dichter und Publizist, 1. Strophe aus dem Gedicht „Welch ein zierlich Ebenmaß“)